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Am Montag Morgen wird uns das Waschmaschine-im-Schleudergang Gefühl an der Poros Stadtpier doch zu viel und wir verlassen den Ort. Diesmal sind wir es, die wir uns nicht mit unserem eigenen Hartmetall begnügen können und holen den Anker unseres gerade erst angekommenen Nachbarn mit hoch, der diesen über unsere Kette gelegt hatte. Zum Glück hat er nur 40m Kette draußen gegenüber unseren 70m, so daß sein Anker nur in unserer Kette hängt und das Problem ist schnell gelöst.

Wir verholen uns wieder in die 1 sm entfernte Ormos Nerion, von mir bereits Bucht der verrückten Winde getauft. Dort bläst es zwar auch noch ordentlich und die Schiffe vor Anker führen ihren gewohnten Eiertanz auf, aber man liegt sehr viel ruhiger als an der Stadtpier.

Am Dienstag geht es dann mit dem immer noch starken Wind Richtung Attika. Eine gute Gelegenheit mal die Fock zu lüften. Die innere Rollanlage führt ja sonst eher ein Schattendasein und macht sich nur bei Wenden mit der Genua eher unangenehm bemerkbar. Wir können den Großteil der Strecke so eben anliegen und dank des frisch geputzen Unterwasserschiffes kommen wir auch gut voran.

Unter den wachsamen Augen des Poseidon Tempels auf Ak Sounion ankern wir. Zur Nacht hin wird der Wind wieder weniger, was die ständig recht nahe passierende Großschiffahrt von und nach Piräus schamlos ausnutzt und uns mit ihrem Schwell beglückt.

Daher geht es am Mittwoch Mittag weiter Richtung Porto Rafti. Der Ort gehört noch zum Athener Speckgürtel. Leider haben die Athener auch ihre Architektur mit dorthin genommen:





Hier betrete ich zum ersten Mal attischen Boden. K benötigt dringend eine neue Melone und rüstet sich für den Transport des 11kg Klunkers entsprechend aus:





Und wenn nicht für die britische Flagge könnte man meinen, die gute alte Sissi wäre hier zu Besuch:





Solch alte Klassiker sind ja eher selten geworten.

Am frühen Nachmittag wollen wir dann mal eben schnell noch die 20 sm zur Ankerbucht auf Nsis Styra fahren. Leider haben wohl CMap, Navionics, Heikel und Eagle Ray alle voneinander abgeschrieben. In der Bucht, in der laut Heikel und den anderen Karten 4m Wassertiefe vorhanden sein soll, loten wir bis kurz vorm Ufer über 30m. Selbst mit unseren 100m Kette ist das über Nacht zu viel. Den Hinweis im Heikel, man können dort auf 5-10m ankern interpretieren wir mal als 5-10m vom Felsufer entfernt. Frag mich keiner was der geraucht hatte, als er das schrieb.

Leider ist das Ergebnis in der Nordbucht das gleiche und unter der Küste von Nea Styra findet der Anker, nachdem wir endlich eine Stelle gefunden hatten, in der gemessene Tiefe und Kartentiefe mal übereinstimmten und im akzeptablen Bereich waren, im Seegras einfach keinen Halt.

Also nochmal weiter und in der Ormos Almyropotamos, einer tief in Euböas Südküste einschneidenen Bucht, finden wir schließlich im letzten Büchsenlich vor einem Strand voller Wild-Camper endlich unseren Platz für die Nacht. Da fühlen wir uns gleich wohl, denn Ankern ist ja eigentlich auch nichts anderes als wild zu campen

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