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Nach zwei Tagen zwischen Fallböen bis 30 kn aber ansonstem ruhigen Wasser verlassen wir die Ormos Almyropotamos. Die Bucht hat etwas und so ein Häuschen direkt am Strand ohne direkte Nachbarn...





Wir segeln nach Erétria, auch Nea Psara genannt, da ein Besuch beim Bäcker ansteht . Der AB Supermarkt liegt quasi am Strand und ist leicht mit dem Dinghy erreichbar. Wenn der Hafen ein wenig mehr Schutz nach Süd bieten würde, wäre das durchaus ein Ort zum Verweilen. So vertreibt uns auflandiger Wind am nächsten Morgen und wir motoren durch den immer enger werdenen Euböa Kanal (eigentlich ein Sund) Richtung Chalkis für das nächliche Brückenabenteuer.

An einer extra für Yachten eingerichteten Wartepier unmittelbar südlich der Brücke machen wir fest und bezahlen im Büro der Port Authority unseren Brückenobulos von € 35,63. Das beinhaltet bereits die 25 % Aufschlag für die nächtliche Passage nach 22 Uhr - was eher ein Witz ist, denn die Passage ist grundsätzlich nur nach 22 Uhr möglich.

Der Besuch im Office der Port Police muß bis nach 16 Uhr warten. Dort überprüfen sie die Schiffspapiere und Versicherungsnachweis und beschreiben die Prozedur der Brückendurchfahrt. Die Brücke soll so um 00:15 aufmachen und ab 21:30 sollen wir auf Kanal 12 hörbereit sein.

Die Wartezeit versüßen wir uns mit zwei Pizzen vom nahe gelegenen Pizza-Service.

Ab 23:00 beginnt es mehrmals im Funk zu knacken, aber nichts passiert. Kurz nach Mitternach bekommen wir den Anruf, daß wir dritte nach einem großen Motorschiff von Norden sind. Jedenfalls interpretiere ich das nur schwer verständliche Grenglish der Dame von der Port Autority derart.

Die Brückensignale stehen inzwischen auf grün-weiß-grün, Brücke für Süd gehenden Verkehr offen, aber lange Zeit passiert nichts außer der mehrfachen Aufforderung per Funk, die Fahrrinne frei zu halten. Da wir noch an der Pier liegen, stellt das keine unüberwindlichen Hindernisse für uns dar. Dann schiebt sich der Bug eines Kümos durch die Brücke. K hatte den bereits am Tage auf der anderen Brückenseite gesehen und meinte der passe bestimmt nicht durch die Brücke. Irrtum.

Danach kommen noch ein halbes Dutzend Yachten bevor die Brücke auf rot-weiß-rot schaltet für Nord gehenden Verkehr. Wir haben inzwischen losgeworfen und tuckern hinter einem Fischer und vor einer griechischen Yacht, die mit uns gewartet hatte, durch die Brücke. Die macht ja deshalb nur einmal am Tag auf und das nur nachts um a) den Landverkehr nicht zu behindert und b) das Stauwasser abzuwarten. Von letzterem ist aber keine Spur und 2,5 kn Strom schieben uns durch die Durchfahrt. Dieser läßt wenige hundert Meter nach der Brücke aber schnell nach und wir werfen den Anker um 01:45 in einer Bucht nordöstlich der Stadt, nur leidlich gegen Nord geschützt, aber mehr als 3 Beaufort werden auch nicht erwartet. Der Platz an der Nordpier war uns mit den vielen Tavernen zu laut.

Was Heikel als extravagante Besonderheit der Brückendurchfahrt beschreibt, ist freilich jedem Segler in Dänemark bestens vertraut, der Betonnungswechsel. Den kennt man ja von Sonderborg und Svendborg.

Natürlich hält sich der Wind mal wieder nicht an die Vorhersage und in den frühen Morgenstunden bläst es mit 5 ungeschützt auf unsere Nase. Es beruhigt sich aber schnell wieder, so daß wir den Start doch noch um ein paar Stunden verschieben können.

Als wir den provisorischen Ankerplatz verlassen, winken wir der Brücke noch einmal zu.





Wir wollen einen Abstecher nach Atlantis, Verzeihung, Atalantis machen, eine Bucht knapp 30 sm weiter den Sund hinauf.
In der Ormos Almyros ankern wir auf 2,4-2,9 m Wassertiefe in Lee einer winzigen Insel, die durch eine begehbare Sandbank mit dem Festland verbunden ist. Es ist lange her, daß ich mit nur zwanzig Meter Kette sicher ankern konnte.

Am Ufer gibt es einen kleinen Anleger mit Fischerbooten und ein paar Strandbars, die aber alle bis auf eine geschlossen sind als wäre die Saison bereits zu Ende. Dafür gibt es diverse schmucke Villen mit umzäunten Grundstücken in einer Größe, wie ich sie in Griechenland bisher noch nicht gesehen habe.





Trotz des anhaltend starken Windes aus NE verbringen wir hier eine wunderbar ruhige Nacht, da Welle kaum bis hinter die Insel vordringt.

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